{"id":72,"date":"2015-10-28T16:13:46","date_gmt":"2015-10-28T15:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.151.5\/?page_id=72"},"modified":"2016-04-06T08:16:04","modified_gmt":"2016-04-06T07:16:04","slug":"pestovani-rostlin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/drs-projekty.cz\/de\/pro-dospele\/zemedelstvi-a-kuchyne\/pestovani-rostlin\/","title":{"rendered":"Pflanzenanbau"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Menschen \u00fcbergingen zur Landwirtschaft als der wichtigsten Nahrungsquelle im Rahmen der sog. <strong>Neolithisierung<\/strong> am Anfang der Jungsteinzeit (Neolithikum). Im Nahosten begann das Neolithikum ungef\u00e4hr in dem Zeitintervall des 10. bis 9. Jahrtausends v. Chr. Auf unserem Gebiet erschienen die ersten Bauern (Kultur mit Linienbandkeramik) im 6. Jahrtausend v. Chr. Dieser Wandel bedeutet das Wesentlichste, was der Mensch w\u00e4hrend seiner langen Evolution erlebt hat. Die sesshafte Lebensweise und Produktion von \u00dcberschuss ist mit dem Bedarf an einer komplizierteren Organisation der Gesellschaft verbunden und bedeutet den Anfang auf dem Weg zu den ersten Staaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die arch\u00e4ologischen Forschungen an der Fundstelle von Chot\u011bbuz-Podobora beweisen die <strong>Wichtigkeit der Landwirtschaft<\/strong>. Die Felder selbst lassen sich nur kaum identifizieren, wir finden aber die \u00dcberreste von sowohl Werkzeugen und Ger\u00e4t, als auch den angebauten Pflanzen. Auch aus Chot\u011bbuz-Podobora stammen solche Funde von eingelagerten Vorr\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zur Zeit der vorgeschichtlichen Besiedlung des Burgwalls <\/strong>an der Wende von der Bronzezeit zum Anfang der Fr\u00fcheisenzeit hat sich die Landwirtschaft von den \u00e4lteren Perioden technisch gesehen nicht sehr unterschieden. Die Felder wurden mit Hilfe von h\u00f6lzernen Ritzpfl\u00fcgen bebaut; bronzezeitliche Pflugscharen sind nicht erhalten, w\u00e4hrend der Fr\u00fcheisenzeit sind aus dem Nahosten nach Europa eiserne Pflugscharen vorgedrungen. Die Pflugarbeit wurde durch h\u00f6lzerne Hacken, Schaufeln, verschiedene Stecher usw. erg\u00e4nzt. Auch bei diesen Werkzeugen wuchs allm\u00e4hlich die Verwendung von Eisen.\u00a0Die Ernte verlief unter Anwendung der Bronzesicheln, die im Laufe der Eisenzeit noch relativ lange in Gebrauch gewesen sind. Sp\u00e4ter erschienen parallel zu ihnen schon auch die Eisensicheln.<\/p>\n<div id=\"attachment_1050\" style=\"width: 266px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/srp-a-radlicka-s-meritkem.opr_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1050\" class=\"wp-image-1050\" src=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/srp-a-radlicka-s-meritkem.opr_-300x266.jpg\" alt=\"Kleine Pflugschare und Sichel, Chot\u011bbuz-Podobora (Kou\u0159il\u2013Gryc 2011)\" width=\"256\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/srp-a-radlicka-s-meritkem.opr_-300x266.jpg 300w, https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/srp-a-radlicka-s-meritkem.opr_.jpg 577w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1050\" class=\"wp-caption-text\">Kleine Pflugschare und Sichel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Fr\u00fchmittelalter<\/strong> waren die Eisenwerkzeuge gew\u00f6hnlicher. Die Ritzpfl\u00fcge waren immer \u00f6fter mit einer Eisenschar versehen. Die Vielfalt von Fr\u00fcchten war in der Slawenzeit etwas gr\u00f6\u00dfer und au\u00dferdem war die Zweifelderwirtschaft verbreitet, bei der ein Teil des Bodens brach lag und der andere mit Getreide bestellt wurde. Dieses System steigert einerseits deutlich die Produktivit\u00e4t, andererseits wachsen aber die Anspr\u00fcche auf die Fl\u00e4che der Felder, was im Laufe der Zeit zur Kolonisierung neuer Gebiete f\u00fchrt (diese Entwicklung war jedoch allm\u00e4hlich und langzeitig und kulminierte erst im 13. Jahrhundert).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"tip-box\">\n                <p class=\"tip-box-icon\"><a href=\"#tip_box_1\" class=\"inline-popup\" data-effect=\"mfp-zoom-in\"><i class=\"fa fa-lightbulb-o\"><\/i><span class=\"icon-text\">Wissen?<\/span><\/a><\/p>\n                <div id=\"tip_box_1\" class=\"tip-box-content mfp-with-anim mfp-hide inline-popup-content\">\n                  <div class=\"tip-box-content-wrap\">\n                    <p class=\"inline-popup-title\"><strong>Wussten sie, dass:<\/strong><\/p><p style=\"text-align: justify\">Kolbenhirse erscheint unter den Funden aus der Tschechischen Republik sehr selten. Es handelt sich um eine Getreideart sehr \u00e4hnlich der Rispenhirse und ihr Vorkommen in Mitteleuropa ist interessant aus kultureller Sicht. Weit verbreitet war sie n\u00e4mlich im Mittelmeergebiet, so dass ihre Anwesenheit auf die Kontakte zu s\u00fcdeurop\u00e4ischen Regionen verweist.<\/p>\n<\/div>\n                  <p class=\"center\"><a href=\"#\" class=\"btn btn-default magnificPopupClose\">Schlie\u00dfen<\/a><\/p>\n                <\/div>\n              <\/div><\/p>\n<div id=\"attachment_1036\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1036\" class=\"wp-image-1036 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312-300x225.jpg\" alt=\"Lehmwanne und Resten der Gef\u00e4sse, die in manchen F\u00e4llen in situ gefunden wurden. 1. Vorburg (foto J. Gryc, Archeologick\u00fd \u00fastav AV \u010cR Brno)\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312-300x225.jpg 300w, https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312-800x600.jpg 800w, https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312-768x576.jpg 768w, https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/drs-projekty.cz\/wp-content\/uploads\/CHP08_312.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1036\" class=\"wp-caption-text\">Lehmwanne<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Arch\u00e4ologe ist dank modernen Methoden der arch\u00e4obotanischen Analyse imstande zu bestimmen, welche <strong>Fr\u00fcchte<\/strong> in der Vergangenheit angebaut wurden. Oft kann man verkohlte Getreidek\u00f6rner oder Samen von anderen Pflanzen finden und mit Hilfe von mikroskopischen Analysen kann man die anwesenden Pollen identifizieren. Unter den wichtigsten Kulturpflanzen w\u00fcrden wir auf diese Weise vor allem Weizen und Gerste finden. Eine andere wichtige Pflanze ist Rispenhirse, die ebenfalls in dem Burgwall identifiziert wurde. Interessant ist die nachgewiesene Existenz der <strong><a class=\"inline-popup\" href=\"#tip_box_1\" data-effect=\"mfp-zoom-in\">Kolbenhirse<\/a><\/strong>, deren K\u00f6rner in Form von Anh\u00e4ufungen im Burgwall gefunden wurden.\u00a0Mikroskopische Pollenanalysen best\u00e4tigten dann Buchweizen und Roggen, m\u00f6glich ist auch das Vorkommen von Hafer. In slawischer K\u00fcche hatten eine relativ hohe Vertretung die H\u00fclsenfr\u00fcchte. An unserer Fundstelle hat man Erbse gefunden und Linse w\u00fcrde uns auch nicht \u00fcberraschen. In dem Burgwall fand man auch \u00dcberreste von Lein, der sowohl zu \u00d6l- als auch zur Fasergewinnung angebaut gewesen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschen \u00fcbergingen zur Landwirtschaft als der wichtigsten Nahrungsquelle im Rahmen der sog. Neolithisierung am Anfang der Jungsteinzeit (Neolithikum). Im Nahosten begann das Neolithikum ungef\u00e4hr in dem Zeitintervall des 10. bis 9. Jahrtausends v. Chr. Auf unserem Gebiet erschienen die ersten Bauern (Kultur mit Linienbandkeramik) im 6. Jahrtausend v. Chr. 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